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Regierung genehmigt Bahnstrecke nach Eilat

in Israel Zwischenzeilen

Entgegen der Proteste von Umweltschützern, Aktivisten und den ehemaligen Mossad Chef Ephraim Halevy, der einen zu grossen Einfluss von chinesischen Interessen in Israel fürchtet, ist die Bahnstrecke nach Eilat nun von der Regierung genehmigt worden. Die Strecke zwischen Tel Aviv und dem Touristenzentrum am Roten Meer ist das teuerste Projekt im Bereich Verkehrsinfrastruktur, das Israel je in Auftrag gegeben hat. Bisher ist noch unklar, wer genau den Bau der Strecke durchführen wird, aber vorläufig geht man davon aus, dass eine chinesische Firma Bau und Betrieb der Strecke übernimmt.

In der Regierung war Umweltminister Amir Peretz der einzige, der gegen das Vorhaben stimmte. Umweltschützer fürchten, dass die Strecke nicht nur Korallenriffe an der Küste Eilats beschädigen könnte, sondern auch 37 Kilometer durch ein Naturschutzgebiet in der Negev-Wüste führen müsste und dort ökologische Schäden anrichten würde.

Die Regierung hingegen glaubt, dass die Vorteile überwiegen: Statt in vier bis fünf Stunden mit dem Bus und Auto soll man dank der neuen Bahnstrecke innerhalb von zwei Stunden von Tel Aviv nach Eilat kommen können. Daneben sollen sich die Direktverbindungen zu den Häfen von Ashdod und Eilat positiv auf die israelische Wirtschaft auswirken: Dank der Strecke soll es möglich werden, mehr als 200.000 Fahrzeuge über Güterzüge zu importieren und beispielsweise den Export von Chemikalien auf fünf Millionen Tonnen zu erhöhen.

So könnte die Bahnstrecke durch die Negev-Wüste aussehen (Bild: Dov Greenblatt; Fotomontage: Tomer Harari, Haaretz).
So könnte die Bahnstrecke durch die Negev-Wüste aussehen (Bild: Dov Greenblatt; Fotomontage: Tomer Harari, Haaretz).

Redakteurin Katharina Höftmann arbeitete im Auslandsbüro der dpa in Tel Aviv und für die WELT ONLINE. Sie lebt als freie Journalistin und Buchautorin in Tel Aviv («Guten Morgen Tel Aviv», «Die letzte Sünde»).

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