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Studie: Israelis arbeiten länger, aber weniger produktiv

in Israel Zwischenzeilen

Wie eine aktuelle Studie des renommierten „ Taub Center for Social Policy Studies in Israel“ aufzeigt, liegt Israels Arbeitsproduktivität deutlich unter der Produktivitätsrate anderer westlicher Länder. Die Produktivität, die anhand von pro Stunde erarbeitetem BIP und Kapitaleinsatz je Erwerbstätigen berechnet wurde, ist demnach in Ländern wie Norwegen, Luxemburg und den Niederlanden besonders hoch. Obwohl in Israel mehr Stunden gearbeitet wird als in den meisten westlichen Ländern, steht der jüdische Staat bezüglich seiner Produktivität mit Ländern wie Griechenland, Slowenien und der Slowakischen Republik auf einer Stufe.

Daneben zeigt die Studie die ungleiche Beteiligung aller Bevölkerungsteile auf dem israelischen Arbeitsmarkt, die hohe Bürokratie sowie die Vernachlässigung der Verkehrsinfrastruktur als problematisch auf. So dauert eine Firmengründung in Israel rund 34 Tage und liegt damit deutlich über dem OECD-Durchschnitt von 13 Tagen.

„Der kleine israelische Markt ist in der Hand von wenigen Individuen“, erklärt Prof. Dan Ben- David, Direktor des Taub-Centers, ein weiteres Problem der israelischen Wirtschaft, „daher gibt es nicht genug Wettbewerb. Dieser stellt jedoch einen entscheidenden Faktor da, um für den Produktivitätszuwachs wichtige Investitionen in den Bereichen Human- und physisches Kapital anzukurbeln. All diese Faktoren führen zu höheren Preisen und diese verringern die Wirtschaftlichkeit und Attraktivität der israelischen Wirtschaft.“

Diagramm zur Produktivität Israels im Vergleich mit anderen westlich geprägten Ländern (Bild: Taub Center).
Diagramm zur Produktivität Israels im Vergleich mit anderen westlich geprägten Ländern (Bild: Taub Center).

Weitere Informationen:

  • Studie zu Produktivität Israel (englisch), Taub Center, 2013

 

 

Redakteurin Katharina Höftmann arbeitete im Auslandsbüro der dpa in Tel Aviv und für die WELT ONLINE. Sie lebt als freie Journalistin und Buchautorin in Tel Aviv («Guten Morgen Tel Aviv», «Die letzte Sünde»).

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