Letzte Welle äthiopischer Einwanderer erreicht Israel

in Israel Zwischenzeilen

Es ist ein Projekt, das Mitte der 80er Jahre mit der „Operation Moshe“ begann: Seitdem wurden rund 30.000 Juden aus Äthiopien von der israelischen Regierung in den Jüdischen Staat gebracht. Mit den letzten 450 Einwanderern, die vergangene Woche auf dem Ben Gurion Flughafen in Tel Aviv landeten, gehen die offiziellen Bemühungen der Regierung zu Ende.

Für die Familien, die Angehörige und Freunde am Flughafen erwarteten, war die emotionale Anspannung gross: „Ich habe meine Schwester acht Jahre nicht gesehen,“ erzählte ein junger Soldat dem Medium ynet, „ich weiss gar nicht mehr, wie sie aussieht.“ Ein anderer Mann, der ebenfalls auf seine Schwester wartete, die er zwölf Jahre nicht mehr gesehen hat, stellte glücklich fest: „Jetzt werden wir alle für das neue Jahr zusammen sein.“ Weitere 6.000 äthiopische Juden verbleiben in ihrem Heimatland, sie können jedoch immer noch alleine über die Kontaktaufnahme mit der „Jewish Agency“ einwandern.

Im vergangenen jüdischen Jahr 5773 sind insgesamt 22.988 Menschen mit Hilfe der „Jewish Agency“ nach Israel eingewandert. Damit steigt die Zahl der Einwanderer weiterhin an (zum Vergleich 16.500 Einwanderer kamen 2012 nach Israel). Die meisten von ihnen, 7.618, kamen aus Osteuropa.

Pure Freude bei den Familien, als ihre Angehörigen aus Äthiopien in Israel ankommen (Bild www.ujafedny.org).
Pure Freude bei den Familien, als ihre Angehörigen aus Äthiopien in Israel ankommen (Bild www.ujafedny.org).

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Redakteurin Katharina Höftmann arbeitete im Auslandsbüro der dpa in Tel Aviv und für die WELT ONLINE. Sie lebt als freie Journalistin und Buchautorin in Tel Aviv («Guten Morgen Tel Aviv», «Die letzte Sünde»).