Als Gilad Japhet, die israelische Webseite „MyHeritage“ entwickelte, wollte er Menschen weltweit die Möglichkeit geben, ihre Familienstammbäume online zusammenzustellen. Mittlerweile hat das Portal über 70 Millionen registrierte Nutzer und kürzlich eine völlig neue Verwendung gefunden. Denn als Japhet einen Bericht der Jewish Claims Conference (die Organisation vertritt Entschädigungsansprüche jüdischer Opfer des Nationalsozialismus und Holocaust-Überlebender) las, die immer noch mehr als 40.000 Gebäude, Läden und Fabriken keinen ehemaligen Besitzern zuordnen können, kam er auf eine Idee:
„Ich dachte, meine Chancen, einige der Namen auf unserer Webseite zu finden, waren nicht besonders hoch. Immerhin suchen Experten seit Jahrzehnten nach diesen Personen…Ich habe ein paar sehr seltene Namen von der Liste ausgewählt und zu meiner Überraschung war schon der zweite Versuch ein Treffer.“

Der Unternehmer stellte ein Team von fünf Mitarbeitern zusammen und liess diese ein Computerprogramm entwickeln, das automatisch die Namen aus der Liste der Claim Conference mit denen der virtuellen Familienstammbäume vergleicht. Auf diese Art und Weise konnten bereits 150 Namen zugeordnet werden. Das Projekt soll noch mehrere Monate fortgeführt werden. Geld will Japhet für diese Dienstleistung übrigens nicht, er empfindet die Arbeit als Mizwa, wie gute Taten im Judentum bezeichnet werden.
Weitere Informationen: