MAGAZIN – LEBEN IN ISRAEL

Herausforderungen für israelischen E-Commerce-Markt

in Israel Zwischenzeilen

Mehr als 80 Prozent aller Israelis haben im vergangenen Jahr online eingekauft. Das zumindest behauptet Efi Dahan, der Paypal-Manager für die Region Israel und Afrika. Aber wo kaufen die Israelis ein? Es gibt keine israelische Version von Amazon, keine von Ebay, kein Zalando und kein Digitech – „Israel ist unter den Top zehn Ländern weltweit, die am meisten Geld für Interneteinkäufe nach China überweisen.“, erklärt Dahan. Israelis kaufen demnach kaum auf israelischen Webseiten. Und dass, obwohl über 70 Prozent angeben, dass sie sogar bereit wären etwas mehr zu bezahlen, wenn sie von einem hebräischsprachigen Onlineshop einkaufen könnten.

Wie man die israelischen Kunden auf hebräische Onlineshops bekommt, war eine der grossen Fragen auf der ersten „Go E-Commerce“ Konferenz, die am 18. Juli in Airport City stattfand. Die Start-up-Nation, die sich sonst wahrlich nicht vor dem Internet und seinen unendlichen Möglichkeiten scheut, hat bisher kaum nationale Firmen, die in den Onlinehandel investieren. Folglich macht der Onlinehandel lediglich 0,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukt (BIP) aus, während es selbst im „Internet-konservativen“ Europa dreimal so viel ist.

„Das liegt nicht an der Einstellung der Israelis, sondern am fehlenden Angebot. Der israelische Markt ist klein und wird von einer begrenzten Zahl an Unternehmen kontrolliert. Diese Unternehmen haben ein eindeutiges Interesse daran, ihre Vorherrschaft auf dem Markt beizubehalten und Veränderungen zu vermeiden. Sie glauben, dass Internetverkäufe nichts als Kopfschmerzen bereiten.“, analysiert einer der Gründer des „ Israeli E-Commerce Executive Forum“ in einem Beitrag in der Zeitung Haaretz. Längerfristig könnte sich dies jedoch als schmerzhafte Fehleinschätzung erweisen – vor allem dann, wenn die Israelis einfach stattdessen mehr in China als bei lokalen Anbietern einkaufen werden.

„Castro“, die beliebteste Modekette im Land, hat erst seit kurzem ein Onlineangebot (Bild: Screenshot).
„Castro“, die beliebteste Modekette im Land, hat erst seit kurzem ein Onlineangebot (Bild: Screenshot).

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Redakteurin Katharina Höftmann arbeitete im Auslandsbüro der dpa in Tel Aviv und für die WELT ONLINE. Sie lebt als freie Journalistin und Buchautorin in Tel Aviv («Guten Morgen Tel Aviv», «Die letzte Sünde»).

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