MAGAZIN – LEBEN IN ISRAEL

Holocaustgedenktag: Wir leben noch

in Israel Zwischenzeilen/Leben, Kultur & Sport

Es ist ein besonders berührendes Video: 600 Holocaustüberlebende und ihre Familien, Kinder, Enkel und Urenkel singen „Ich lebe noch, ich lebe, lebe“, ein Lied der bekannten israelischen Sängerin Ofra Haza. Initiiert wurde die Aktion u.a. von dem sozialen Musikprojekt „Koolulam“, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, unterschiedliche Menschen in Israel zusammenzubringen, um für ein paar Stunden einfach nur zu singen und alles andere zu vergessen.

In dieser Woche begeht Israel den Yom Ha Shoa, den Holocaust-Gedenktag, und gedenkt all denen, die nicht mehr leben und die den furchtbaren Verbrechen der Nationalsozialisten zum Opfer gefallen sind. Neben der Erinnerung an die Opfer ist der Tag aber auch ein Anlass, an die Überlebenden zu denken. Die Hilfe, die sie brauchen könnten – sowohl finanziell als auch emotional.

Etwa 186.500 Holocaust-Überlebende lebten Ende 2016 noch in Israel, die Zahl sinkt aufgrund des hohen Alters der Überlebenden stetig. Und während in Israel viel über die Menschen gesprochen wird, die man verloren hat und über die Überlebenden, die grosse Probleme im Alltag haben – erinnert das Musikvideo an diejenigen, die trotz allem, trotz der unfassbaren Torturen, die viele von ihnen durchgemacht haben, weitergelebt haben. Familien gegründet, Häuser gebaut und ein Leben gelebt haben.

Redakteurin Katharina Höftmann Ciobotaru arbeitete im Auslandsbüro der dpa in Tel Aviv und für die WELT ONLINE. Sie lebt als freie Journalistin und Buchautorin in Tel Aviv («Guten Morgen Tel Aviv», «Die letzte Sünde»).

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