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Kabinett erhöht Budget für Schulen in Coronazeiten

in Israel Zwischenzeilen/Leben, Kultur & Sport

Das israelische Kabinett hat in dieser Woche ein Budget von etwa 1,2 Milliarden US-Dollar genehmigt, um die Schulen im Land dabei zu unterstützen, in Coronazeiten zu operieren. Der Plan „Lernen in Sicherheit“, den das Bildung-, Finanz- und Gesundheitsministerium gemeinsam entwickelt haben, will einen regulären Ablauf für Kindergärten und jüngere Schulkinder umsetzen, während ältere Schulkinder in Klassen von bis zu 18 Schülern aufgeteilt werden sollen (eigentlich sind bis zu 35 Schüler in Klassen normal). Ältere Schüler werden darüber hinaus einen Teil ihres Lehrplans quasi im Homeoffice abdecken. Mit den Geldern soll vor allem mehr Personal eingestellt und die Infrastruktur für das Online-Lernen verbessert werden. Im Moment hat nicht jeder Schüler im Land einen Zugang zum Online-Lernen. Der Rest des Budgets soll eingesetzt werden, um die Hygiene- und Schutzausrüstung zu verbessern und im Besonderen die sozial-schwächeren Teile der Bevölkerung zu unterstützen.

Gleichzeitig hat das Ministerium seine äusserst umstrittene Entscheidung, den so genannten „Kulturkorb“ im Bildungssystem abzuschaffen, zurückgenommen. Im Rahmen des Programms werden Schulkinder die Besuche von Theater-, Ballett- und Opernvorstellungen sowie Kunstausstellungen ermöglicht. Vor allem für Kinder aus sozial schwachen Familien ist dies oft der einzige mögliche Zugang zu Kultur. Darüber hinaus kritisieren Künstler scharf, dass eine Abschaffung des Programms ihre wirtschaftliche Situation noch weiter verschärfe. Nach wie vor sind Theater und ähnliche Vorstellungshäuser aufgrund der Corona-Krise geschlossen. Für Schauspieler, Tänzer, Choreografen, Kostümbildner, Musiker etc. bedeutet das eine Arbeitslosigkeit seit März 2020.

Die Oper „Die Zauberflöte“ in einer Kindervorstellung in Tel Aviv (Bild: KHC)

Weitere Informationen:

Kulturpaket bleibt (eng), Times of Israel

Redakteurin Katharina Höftmann arbeitete im Auslandsbüro der dpa in Tel Aviv und für die WELT ONLINE. Sie lebt als freie Journalistin und Buchautorin in Tel Aviv («Guten Morgen Tel Aviv», «Die letzte Sünde»).

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