MAGAZIN – LEBEN IN ISRAEL

Schlimmste Grippe-Epidemie seit zehn Jahren

in Israel Zwischenzeilen/Medizin & Wissenschaft

So wie die USA und Europa leidet auch Israel unter einer der schlimmsten Grippe-Epidemien in der Geschichte des Landes. Seit Beginn der Grippesaison sind bereits 19 Menschen gestorben, darunter drei Kinder. Zwar haben sich im Vergleich zum Vorjahr mehr Menschen bereits gegen Grippe impfen lassen, aber immer noch nur 22 Prozent der Gesamtbevölkerung. Das liegt sicherlich auch daran, dass die Impfstoffe momentan überall auf der Welt knapp sind und man auch in Israel nur durch konstantes Anrufen im Ärztehaus und dann sofortiges Hingehen einen Impfstoff ergattern kann.

Die meisten der tödlichen Fälle gingen auf Komplikationen bei der Erkrankung mit einem Subtyp des H1N1-Virus zurück, besser bekannt als Schweinegrippe. Diese Erkrankung wird als besonders aggressiv eingestuft und breitet sich rasant aus, auch unter jungen, gesunden Menschen. Eine Standard-Grippe-Impfung schützt aber davor. Die meisten Todesfälle in Israel, Europa und den USA gab es unter Nicht-geimpften Menschen.

Professor Hagai Levin, Vorsitzender der Israelischen Medizinervereinigung, kritisiert das israelische Gesundheitsministerium für den Mangel an Impfstoffen: „Leider kostet die andauernde Vernachlässigung des staatlichen Gesundheitssystems, das falsche Budget, die schlechte Vorbereitung auf den Winter und die schlechte Prioritätensetzung beim Thema Gesundheit, Menschenleben.“

Grippe-Impfungen sind momentan knapp in Israel (Bild: Pixabay).

Redakteurin Katharina Höftmann arbeitete im Auslandsbüro der dpa in Tel Aviv und für die WELT ONLINE. Sie lebt als freie Journalistin und Buchautorin in Tel Aviv («Guten Morgen Tel Aviv», «Die letzte Sünde»).

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