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Gastronomie: Keine Speisekarte und jeder zahlt so viel er will

in Israel Zwischenzeilen/Leben, Kultur & Sport

Das Restaurant „Joz we Loz“ im Süden Tel Avivs ist schon viele Jahre eine bekannte Institution im Land: Schon früher änderte sich die Speisekarte regelmässig je nach dem, was die Köche auf dem Markt einkauften. Vor knapp einem Jahr hat sich das Restaurant, das von einem lesbischen Paar gegründet wurde, ein völlig neues Konzept einfallen lassen: Es gibt gar keine Speisekarte und jeder Gast zahlt soviel er möchte.

Die freundliche Kellnerin erkundigt sich am Anfang, ob es Dinge gibt, die man nicht isst und dann geht es los – bis man „Schluss, wir können nicht mehr“ sagt. An dem Abend, an dem wir das „Joz we Loz“ besuchen, gibt es unter anderem Ceviche und Tartar, sowie eine Pasta mit Muscheln. Die Kellnerin weiss auch zu berichten, dass das neue Gastronomie-Konzept voll und ganz aufgeht. Der Laden ist immer ausgebucht und weil alle Kellner ein festes Gehalt bekommen, verdienen sie besser, als die meisten ihrer Kollegen, deren Gehälter vor allem auf Trinkgeldern basieren. Der Service ist trotzdem super. Das Weinglas war immer voll und weil es eben keine Glaspreise gibt, kann man sich auch ohne Probleme nur „einen Schluck“ nachfüllen lassen. Am Ende haben wir übrigens versucht genau soviel zu zahlen, wie wir sonst in Tel Aviver Restaurants für so ein Abendessen mit Wein zahlen: 150 Schekel pro Kopf (ca. 38 Euro, 43 CHF).

Die Verfasserin des Artikels hat sich übrigens aus streng Recherche-technischen Gründen den Bauch vollgeschlagen (Bild: Elah Barshi)

Redakteurin Katharina Höftmann arbeitete im Auslandsbüro der dpa in Tel Aviv und für die WELT ONLINE. Sie lebt als freie Journalistin und Buchautorin in Tel Aviv («Guten Morgen Tel Aviv», «Die letzte Sünde»).

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