Masern verbreiten sich in Israel

in Israel Zwischenzeilen/Medizin & Wissenschaft

Seit Wochen herrscht unter israelischen Eltern Angst davor, dass ihre Kinder an Masern erkranken. Die Infektionskrankheit ist in diesem Jahr erstmals wieder im grossen Stil in Israel ausgebrochen. Vor allem in den extrem-ultraorthodoxen Gemeinden ist die Impfrate niedrig. Mit 753 bekannt gewordenen Infektionen allein in Jerusalems religiöser Gemeinde sind Masern wieder zu einem echten Problem im Land geworden. In Jerusalem ist nun auch der erste tragische Todesfall eingetreten: Ein 18-Monate altes Kleinkind, dessen Familie aus der Naturei Karta-Sekte stammt, ist an seiner Masern-Erkrankung verstorben – das Kind war nicht geimpft.

Bisher sind Impfungen in Israel nicht gesetzlich vorgeschrieben, erste Kindergärten im Land haben aber jetzt Nachweise verlangt, dass die Kinder in den Einrichtungen entsprechend der medizinischen Empfehlung durchgeimpft sind.

Das Gesundheitsministerium warnt im religiösen Staddteil Mea Shearim in Jerusalem vor Masernausbruch (Bild: פדניקו – Wikimedia Commons).

Weitere Informationen:

Masernausbruch in Israel (eng), Times of Israel

Redakteurin Katharina Höftmann arbeitete im Auslandsbüro der dpa in Tel Aviv und für die WELT ONLINE. Sie lebt als freie Journalistin und Buchautorin in Tel Aviv («Guten Morgen Tel Aviv», «Die letzte Sünde»).