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Zentralbank erkennt Bitcoin nicht als Währung an

in Israel Zwischenzeilen/Wirtschaft & Innovation

Auch in Israel steht so mancher Bitcoin-Inhaber vor dem Problem, dass er zwar eine grosse Menge der Kryptowährung besitzt, diese aber nicht über seine israelische Hausbank verkaufen, kaufen oder sich gar auszahlen lassen kann. Die Zentralbank reagierte jetzt auf zahlreiche Beschwerden dazu und erklärte in einem Treffen des parlamentarischen Finanzkomitees, dass man nicht vorhabe, digitale Währungen wie Bitcoin als richtige Währung anzuerkennen. Darüber hinaus gab die Zentralbank an, dass es schwer sei, Regulierungen für die Banken des Landes zu entwickeln. Diese Erklärung begründete die Zentralbank damit, dass die Anonymität der Währung für Geldwäsche und Finanzkriminalität genutzt werden könne.

Damit entscheidet sich man sich in Israel für einen anderen Umgang mit den Kryptowährungen als beispielsweise in Europa, wo erste Schritte für eine Regulierung im Umgang mit dem digitalen Geld getan wurden, der es künftig schwerer machen soll, beim Umtausch in staatliches Geld anonym zu bleiben.

Mitglieder des parlamentarischen Finanzkomitees drängten Israels Regulatoren jedoch dazu, Richtlinien zu entwickeln: „Es gibt eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass diese [Währungen] ein zentraler Bestandteil unseres finanziellen Lebens werden“, begründete Moshe Gafni, Leiter des Komitees. Er forderte die Regulatoren dazu auf, innerhalb eines Monats eine Erklärung zum Umgang mit Kryptowährungen zu geben.

Eine Bitcoin-Change-Filiale auf der Dizengoff Strasse Tel Aviv (Bild: Andrea Rosen).

Weitere Informationen:

Zentralbank äussert sich zu Kryptowährungen (eng), Ynet, 08.01.18

Redakteurin Katharina Höftmann arbeitete im Auslandsbüro der dpa in Tel Aviv und für die WELT ONLINE. Sie lebt als freie Journalistin und Buchautorin in Tel Aviv («Guten Morgen Tel Aviv», «Die letzte Sünde»).

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