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Neue Standards für die Versorgung von Obdachlosen

in Israel Zwischenzeilen/Leben, Kultur & Sport

Vor kurzem erst enthüllte ein Bericht der Zeitung Haaretz, dass Wohlfahrtsämter in Israel Anträge auf Hilfeleistungen von Obdachlosen abgelehnt hätten, weil diese nicht „dreckig“ aussahen oder noch Kontakt zu ihrer Familie hatten.

Nun soll die aus den Neunziger Jahren stammende Definition der Behörden für hilfebedürftige Obdachlose geändert werden. Bisher lautete diese, dass es sich bei einem Obdachlosen um einen Menschen „der körperlich oder emotional vernachlässigt und der entfremdet oder nicht mit seiner Familie in Kontakt stehend ist. Ein Obdachloser bemüht sich nicht, seine Situation zu verändern und ist nicht in der Lage ein normales Lebens zu führen.“

Das verantwortliche Ministerium gab bereits vor Monaten an, dass man an einer Überarbeitung arbeite – bisher ohne Resultat. Immerhin scheint das Thema Obdachlosigkeit nach Jahren der Vernachlässigung mehr Aufmerksamkeit zu bekommen: So eröffnete das Sozialministerium nicht nur im letzten Jahr ein Obdachlosenheim, vor zwei Wochen wurde bekannt gegeben, dass ein weiteres in Planung ist.

Dieser Obdachlose in Tel Aviv würde sicher der bisherigen Definition der Wohlfahrtsbehörde Stand halten (Bild: Pixabay)

Weitere Informationen:

Wer gilt als obdachlos? (eng), Haaretz, 09.01.18

Redakteurin Katharina Höftmann arbeitete im Auslandsbüro der dpa in Tel Aviv und für die WELT ONLINE. Sie lebt als freie Journalistin und Buchautorin in Tel Aviv («Guten Morgen Tel Aviv», «Die letzte Sünde»).

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