MAGAZIN – LEBEN IN ISRAEL

Das Ende von Binary-Options

in Wirtschaft & Innovation

Am Sonntag trat in Israel ein neues Gesetzt in Kraft, welches die gesamte Binary-Options-Industrie im Land lahmlegen wird. Als Konsequenz des neuen Gesetzes werden während den nächsten Monaten verschiedene Binary-Options-Firmen schliessen müssen. Einige haben ihr Geschäft bereits ins Ausland versetzt.

Binäre Optionen waren viele Jahre lang eine sichere Einnahmequelle vieler junger Israelis und Zuwanderer und garantierten diesen hohe Löhne und sehr hohe Gewinnbeteiligungen. Eine verlockende Branche für viele junge Menschen, die das schnelle Geld lockt. Auf der anderen Seite jedoch hat die Branche Abertausenden von Kunden schwer geschadet.

Seit zirka einem Jahr wird die Thematik in Israel und in der Knesset immer wieder intensiv diskutiert. Verschiedene Zeitungen und TV-Formate haben über die zwielichtigen Geschäftsmethoden berichtet. Besonders die Geschichten von Geschädigten haben in Israel für hitzigen Diskussionsstoff gesorgt.

Der Handel mit Binären Optionen ist in vielen europäischen Ländern verboten. Bei dieser Form des Handels schätzt man als Investor, ob ein Vermögenswert steigen oder sinken wird. Steigt der Kurs, verdient der Investor den investierten Betrag. Sinkt der Kurs, so verliert er diesen. Der Händler gewinnt dann, wenn der Kunde sein Geld verliert. Es ist eine sehr simple und gleichzeitig waghalsige Form der Investition, bei der viel Geld verloren geht und bei dem die Spekulation im Vordergrund steht. Von den Händlern – die aktiv auf bestehende und potentielle Kunden zugehen – wird häufig keine Kenntnisse im Finanzbereich vorausgesetzt.

Binary-Options-Firmen wird es in Israel nicht mehr geben. (Bild: pexels.com)

Mehr Informationen:

Minister nehmen Anti-Binary-Options-Gesetz an (eng), Times of Israel, 18.06.2017

Die freie Journalistin Joëlle Weil schreibt für diverse nationale und regionale Zeitungen und Magazine in der Schweiz. Seit 2013 lebt und arbeitet die Zürcherin in Tel Aviv.

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