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Zehntausende gedenken in Tel Aviv Jitzchak Rabin

in Israel Zwischenzeilen/Leben, Kultur & Sport

Mittlerweile ist es 21 Jahre her, das der israelische Premierminister Jitzchak Rabin in Tel Aviv von einem jüdischen Fundamentalisten erschossen wurde: Am gleichen Ort haben sich nun zehntausende Menschen zusammengefunden, um diesem schrecklichen Schicksalsschlag in der israelischen Geschichte zu gedenken.

Dass die Kundgebung überhaupt stattfand, war schon ein kleiner Sieg, denn im Vorfeld war befürchtet worden, dass in diesem Jahr nicht genügend finanzielle Mittel aufgebracht werden können, um die Gedenkveranstaltung zu realisieren. Schlussendlich schaffte es das Mitte-links-Oppositionsbündniss Zionistische Union aber doch und setzte damit ein wichtiges Zeichen gegen rechte Stimmen, die in den letzten Jahren im Land immer lauter geworden sind: „Rabins Regierung basierte auf Einigkeit und Kooperation, nicht Aufspaltung und Hetze, auf einem Führungsstil, der Optimismus und Hoffnung betonte, nicht Angst und Hass“, erklärte unter anderem der ehemalige Generalmajor Noam Tibon, der sich heute für Menschenrechte einsetzt.

Eine besonders berührende Rede hielt ausserdem der Bürgermeister von Nazareth, Ali Salam: „Wir sind alle so unterschiedlich, aber wir sind alle Menschen und wir müssen Rabins Weg des Friedens folgen und seine Vision verwirklichen. Nach Jahrzehnten des Krieges und Hasses verdienen wir ein Leben in Liebe und Frieden. Wir müssen den Krieg beenden, bevor er unser Leben beendet.“

Zur Rabin-Gedenkveranstaltung versammelten sich am Samstag Abend mehrere tausend Menschen in Tel Aviv (Bild: Nahum Ciobotaru).
Zur Rabin-Gedenkveranstaltung versammelten sich am Samstag Abend mehrere tausend Menschen in Tel Aviv (Bild: Nahum Ciobotaru).

Weitere Informationen:

Gedenkveranstaltung zu Ehren Rabins (englisch), Haaretz, 05.11.16

Redakteurin Katharina Höftmann arbeitete im Auslandsbüro der dpa in Tel Aviv und für die WELT ONLINE. Sie lebt als freie Journalistin und Buchautorin in Tel Aviv («Guten Morgen Tel Aviv», «Die letzte Sünde»).

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