MAGAZIN – LEBEN IN ISRAEL

Tage der Vergebung

in Leben, Kultur & Sport

Wer denkt, dass am Yom Kippur, dem jüdischen Versöhnungsfest und höchsten Feiertag alles beginnt und endet, muss ein wenig aus der Kalenderansicht heraus zoomen. Yom Kippur ist zwar der Tag, an dem alles still steht, es gibt nicht einmal Radio und kann man kann auf den Autobahnen mit dem Fahrrad fahren. Das Land ruht, selbst nicht religiöse Menschen besinnen sich, denken über das vergangene Jahr nach und bitten um Vergebung und vergeben (übrigens traditionell auch Geldschulden).

Doch die Vorbereitungen für den höchsten Feiertag beginnen schon Tage vorher: man kümmert sich um ‚alte‘ Angelegenheiten, trinkt und isst reichlich, damit man 24 Stunden Fastenzeit übersteht und macht vorher nochmal weiße Wäsche – denn am Yom Kippur trägt wirklich jeder Weiß.

Präsident Rivlin mit jugendlichen Straftätern in der Residenz (Foto: Mark Neiman, GPO)
Präsident Rivlin mit jugendlichen Straftätern in der Residenz (Foto: Mark Neiman, GPO)

Präsident Reuven Rivlin hat zusammen mit seiner Ehefrau Nechama dieses Jahr einige Jugendstraftäter aus dem Ofek Gefängnis zu einem Seminar eingeladen, in dem es um Buße, Entschuldigung und um Vergebung bitten ging. Das Ganze fand unter hohen Sicherheitsvorkehrungen in der Residenz des Präsidenten statt.

Dieses Seminar ist insbesondere interessant, da der Präsident die höchste staatliche Instanz der Vergebung ist. Rivlin dazu: „Die Hohen Feiertage werden auch als die Zehn Tage der Buße bezeichnet. Es ist unser Moment der Vergebung. Es ist die Zeit, in der wir die Essenz der Vergebung lernen – um Vergebung zu bitten und sie auch zu gewähren.

In den darauffolgenden Tagen beginnen wir ein neues Jahr mit neuen Entscheidungen. Selbst, wenn wir einen Fehler, selbst wenn wir eine Sünde und selbst wenn wir etwas grundlegend Falsches getan haben, ist es möglich, sich zu ändern. Denn am Ende der Veränderung – sofern sie echt und wahrhaft ist – wartet Vergebung.“

Der Monat der Feiertage geht anschließend mit Sukkot – dem Laubhüttenfest – weiter. Sukkot erinnert an die Hütten des jüdischen Volkes nach dem Auszug aus Ägypten.

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