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Alleinerziehende sollen zukünftig weniger Steuern zahlen

in Israel Zwischenzeilen/Leben, Kultur & Sport

Das Knesset-Komitee für Arbeit, Fürsorge und Gesundheit hat in dieser Woche ein neues Gesetz genehmigt, das die Steuerlast von arbeitslosen Alleinerziehenden in Israel verringern soll.

Die Regelung, die vor allem alleinerziehende Mütter betrifft, soll einen weiteren Anreiz schaffen, zu arbeiten und vorerst als Pilotprojekt für zwei Jahre laufen. Bisher durften Alleinerziehende bei Bezug von Sozialversicherungsleistungen nur einen bestimmten Betrag verdienen und Einkommen über diesem Betrag von 3.200 NIS wurde mit 60 Prozent versteuert – dieser Satz wurde nun auf 25 Prozent gesenkt. Damit steigt der Nettoverdienst und es lohnt sich trotz z.T. hohen Betreuungskosten (Kinderbetreuung wird in Israel erst ab 3 Jahren staatlich subventioniert) für viele alleinerziehende Frauen wieder, arbeiten zu gehen.

Ran Melamed, Vizedirektor der Organisation Yedid, der seit Jahren für die Rechte von Alleinerziehenden in der Knesset kämpft, sieht in der neuen Regelung einen ersten Erfolg: „Alleinerziehende werden motiviert, arbeiten zu gehen und haben am Ende des Monats mehr Nettoeinkommen. Der Weg zu echter Gerechtigkeit ist aber immer noch weit: Optimal wäre, wenn Alleinerziehende noch mehr zusätzlich zu sozialen Leistungen verdienen könnten, ohne dass dieses Gehalt die Leistungen vermindert.“

Vor allem alleinerziehende Mütter leben in Israel oft an der Armutsgrenze (Bild zur Illustration: Hannelore Vonier/Flickr)
Vor allem alleinerziehende Mütter leben in Israel oft an der Armutsgrenze (Bild zur Illustration: Hannelore Vonier/Flickr)

Redakteurin Katharina Höftmann arbeitete im Auslandsbüro der dpa in Tel Aviv und für die WELT ONLINE. Sie lebt als freie Journalistin und Buchautorin in Tel Aviv («Guten Morgen Tel Aviv», «Die letzte Sünde»).

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