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68 Jahre Israel – rasante Entwicklung und immer noch viele Herausforderungen

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Seit seiner Gründung 1948 hat sich das sehr kleine Land Israel mit seinen damals etwa 806.000 Bürgern zu einem immer noch kleinen, aber im Vergleich zu damals riesigen, Land mit 8,5 Millionen Einwohnern entwickelt. Während 1948 lediglich 35 Prozent der jüdischen Bewohner auch in Israel geboren wurden, sind es heute schon 75 Prozent.

Israel hat in den letzten 68 Jahren eine rasante Entwicklung durchgemacht und gehört mittlerweile zu den modernsten Staaten der Welt – seit dem Jahr 2000 steigen die Ausgaben für Bildung, Gesundheit und Sozialleistungen kontinuierlich an. Gleichzeitig gibt es weiterhin Diskrepanzen zwischen den Durchschnittswerten der OECD und dem jüdischen Staat. Vor allem im Kampf gegen Armut und Ungleichheit gibt es noch viel zu tun. Das Land mit seiner jungen, aber auch sehr vielfältigen Bevölkerung steht weiterhin vor grossen Herausforderungen, vor allem die Arbeitsmarktbeteiligung der Minderheiten mit viel Nachwuchs (namentlich die ultraorthodoxen Juden und arabischen Israelis) bleibt eine wichtige Aufgabe.

Lebenserhaltungskosten in Israel extrem hoch

Und während es für die Bürger des Landes erfreulich ist, dass sie weniger Steuern zahlen als die meisten OECD-Länder, bedeutet es am Ende doch auch, dass der Staat weniger Geld hat, um in wichtige Programme zur Bildung oder Gesundheit zu investieren. Reich sind die meisten Israelis trotzdem nicht, vor allem die unteren Bevölkerungsschichten leiden sehr unter indirekten Steuern und äusserst hohen Lebenserhaltungskosten (die zweithöchsten in der OECD nach Japan). Vor allem die Kosten für Wohnraum sind seit 2007 extrem angestiegen, während die Gehälter in Israel seit 2000 mehr oder weniger auf gleichem Niveau stagnieren. Apropos Gehälter, Männer verdienen auch in Israel in fast allen Bereichen mehr als Frauen – lediglich im ultraorthodoxen und arabischen Sektor gibt es diese Unterschiede nicht. Und auch wenn die Tatsache, dass Mütter in Israel eine dreimonatige bezahlte Elternzeit erhalten, absolut im OECD-Durchschnitt liegt, sind israelische Väter mit 0,4 Prozent im Vergleich zu allen OECD-Ländern diejenigen, die am wenigsten in Elternzeit gehen.

Der Wäschekorb voller als der Kühlschrank? Während Preise für Kleidung und Schuhe in den letzten zehn Jahren um 28 Prozent sanken, stiegen Lebensmittelpreise um 53 Prozent an (Bild: Taub Report).
Der Wäschekorb voller als der Kühlschrank? Während Preise für Kleidung und Schuhe in den letzten zehn Jahren um 28 Prozent sanken, stiegen Lebensmittelpreise um 53 Prozent an (Bild: Taub Report).

Weitere Informationen:

68 Jahre Israel in Zahlen (englisch), Ynet, 09.05.16
Report zur wirtschaftlichen Lage Israels des Taub-Centers (englisch)

Redakteurin Katharina Höftmann arbeitete im Auslandsbüro der dpa in Tel Aviv und für die WELT ONLINE. Sie lebt als freie Journalistin und Buchautorin in Tel Aviv («Guten Morgen Tel Aviv», «Die letzte Sünde»).

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