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Israelische Zentralbank führt Bankausweise ein

in Israel Zwischenzeilen

Die israelische Zentralbank hat eine neue Massnahme für mehr Transparenz und Wettbewerb unter den Banken eingeführt: Die sogenannten Bankausweise sind Berichte, die Banken jährlich veröffentlichen müssen, um den Kunden ihre Kosten, Vermögenswerte und Schulden zu erläutern. Die Banken müssen diesen detaillierten Bericht, der in einer verständlichen Sprache verfasst ist, ausserdem liefern, wann immer dies vom Kunden gewünscht wird.

Die Zentralbank hofft, dass Kunden so ihre finanzielle Situation besser verstehen und die verschiedenen Gebühren und Zahlungen an die Bank nachvollziehen können. Darüber hinaus soll der Bankausweis den Vergleich von verschiedenen Bankinstituten erleichtern.

Die Massnahme scheint auch eine Reaktion auf anhaltende Kritik am Bankensektor und Zentralbank-Chefin Karnit Flug durch den Finanzminister Moshe Kahlon: „Sie mag gegen Reformen sein, sie will vielleicht den Banken helfen. Ich habe kein Problem mit Karnit Flug – sondern mit dem Finanzsektor, der ein Kartell ohne Wettbewerb ist.“ Flug hatte immer wieder betont, dass zu viel Wettbewerb der Stabilität des israelischen Bankensektors schaden könnte.

Israelische Banken, wie hier die Union Bank in Tel Aviv, müssen jetzt jährliche Berichte für ihre Kunden veröffentlichen (Bild: KH).
Israelische Banken, wie hier die Union Bank in Tel Aviv, müssen jetzt jährliche Berichte für ihre Kunden veröffentlichen (Bild: KH).

Zentralbank führt Ausweise für Banken ein (englisch), JPost, 22.02.16

 

Redakteurin Katharina Höftmann arbeitete im Auslandsbüro der dpa in Tel Aviv und für die WELT ONLINE. Sie lebt als freie Journalistin und Buchautorin in Tel Aviv («Guten Morgen Tel Aviv», «Die letzte Sünde»).

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