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Forscher suchen Wege um Organe für Transplantationen besser zu erhalten

in Israel Zwischenzeilen

Während Blutspenden bis zu sechs Wochen lang aufbewahrt werden können, müssen gespendete Organe deutlich schneller an ihren Bestimmungsort kommen. So können Herz oder Lunge beispielsweise gerade einmal sechs Stunden aufbewahrt werden, eine Niere kann immerhin 30 Stunden nach Entnahme noch transplantiert werden. Die Organe einzufrieren ist keine Option, da sich Eiskristalle bilden und die Zellen schädigen.

Ein Forscherteam des Instituts für Biochemie und Ernährungswissenschaften der Herbäischen Universität in Jerusalem arbeitet daher an der Suche nach einem sogenannten „Anti-Freezing-Protein“, mit dessen Hilfe nicht nur gefrorene Lebensmittel sondern eben auch lebensrettende Organspenden besser aufbewahrt werden könnten.

„Wir haben herausgefunden, dass Proteine von Insekten Eisbildung viel effizienter verhindern als solche in Fischen, wobei letztere sich schneller an Eis binden“, erklärt Prof. Ido Braslavsky. Für die Untersuchungen hat das Team um den Forscher ein besonderes Mikroskop mit Kühlanlage gebaut, dass es ihnen erlaubt Temperaturen und das Einfrieren auf kleinste Unterschiede zu kontrollieren und einzustellen.

Prof. Braslavsky bei der Forschung in seinem Labor (Bild: Dr. Amir Bein/Hebräische Universität)
Prof. Braslavsky bei der Forschung in seinem Labor (Bild: Dr. Amir Bein/Hebräische Universität)

Weitere Informationen:

Pressemitteilung der Universität zur Forschung (englisch), 02.03.16

 

Redakteurin Katharina Höftmann arbeitete im Auslandsbüro der dpa in Tel Aviv und für die WELT ONLINE. Sie lebt als freie Journalistin und Buchautorin in Tel Aviv («Guten Morgen Tel Aviv», «Die letzte Sünde»).

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