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Erster Regierungsbericht zu Prostitution in Israel veröffentlicht

in Israel Zwischenzeilen

Die israelische Regierung hat ihren ersten offiziellen Bericht zum Thema Prostitution veröffentlicht. Aus diesem geht hervor, dass es 2014 mehr als 12.000 Sexarbeiter im Land gab, 95 Prozent von ihnen weiblich. Jeder der erfassten Sexarbeiter bediente etwa 660 Klienten im Jahr.

Die Studie zeigt auf, dass Prostitution sowohl auf der Strasse als auch in Privatwohnungen und Massagesalons stattfindet. Zentrum der etwa 308 Millionen US-Dollar schweren Sexindustrie ist Tel Aviv. In Jerusalem dagegen befinden sich verschwindend geringe 1 Prozent aller Einrichtungen, in denen Sexarbeit stattfindet. Viele der Frauen, nämlich 40 Prozent, arbeiteten bereits mehr als fünf Jahre in diesem Bereich. Ganze 12 Prozent sogar länger als 16 Jahre. Mit 62 Prozent hat die Mehrheit aller befragten Frauen Kinder, aber lediglich 9 Prozent sind verheiratet.

Das Ministerium für Soziales, das die Studie in Auftrag gab, kündigte an, die Ausgaben für den Kampf gegen Prostitution zu erhöhen. Vor allem Minderjährige sollen besser geschützt werden.

Viele der Sexarbeiter im Süden Tel Avivs sind drogenabhängig (Bild: Ilan Azoulai/Screenshot aus dem Dokumentarfilm HOLY GHETTO FILM).
Viele der Sexarbeiter im Süden Tel Avivs sind drogenabhängig (Bild: Ilan Azoulai/Screenshot aus dem Dokumentarfilm HOLY GHETTO FILM).

Weitere Informationen:

Bericht über Prostitution in Israel (englisch), Haaretz, 06.03.16

 

Redakteurin Katharina Höftmann arbeitete im Auslandsbüro der dpa in Tel Aviv und für die WELT ONLINE. Sie lebt als freie Journalistin und Buchautorin in Tel Aviv («Guten Morgen Tel Aviv», «Die letzte Sünde»).

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