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Eltern drohen mit Streik wegen überfüllter Klassen

in Israel Zwischenzeilen

Es sollte eine Massnahme für mehr Gerechtigkeit sein: Im vergangenen Jahr entschied das Ministerium für Bildung, dass Schulklassen in wohlhabenderen Gemeinden nicht einfach von den Schulen verkleinert werden dürfen. Die Klassen, deren Verkleinerung von den lokalen Kommunen finanziert wurde, sollen nach dieser Anordnung wieder aus bis zu 40 Kindern je Klasse bestehen.

Jetzt drohen Eltern damit, ihre Kinder nicht mehr zur Schule zu schicken, wenn keine Lösung für überfüllte Klassen gefunden wird. Den Anfang wollen zwei Grundschulen in Herzliya machen. Michal Cohen, Generaldirektorin des Bildungsministeriums erklärte als Reaktion auf die Proteste, dass der neue Bildungsminister Naftali Bennett nun eine Entscheidung treffen müsse.

Bei der Problematik der zu grossen Klassen handelt es sich um eine „Altlast“, des ehemaligen Ministers Shay Piron – er hatte damals einen Lösungsvorschlag gemacht, der u.a. vorsah, die Klassen im ganzen Land auf maximal 32 Schüler zu begrenzen, indem mehr Praktikanten Klassen übernehmen. Dieser Lösungsvorschlag wurde bisher nur begrenzt eingeführt.

 

Schüler und Eltern protestieren gegen volle Klassen (Bild: Tomer Appelbaum/Haaretz).
Schüler und Eltern protestieren gegen volle Klassen (Bild: Tomer Appelbaum/Haaretz).

Weitere Informationen:

Proteste gegen überfüllte Klassen (englisch), Haaretz, 07.06.15

 

Redakteurin Katharina Höftmann arbeitete im Auslandsbüro der dpa in Tel Aviv und für die WELT ONLINE. Sie lebt als freie Journalistin und Buchautorin in Tel Aviv («Guten Morgen Tel Aviv», «Die letzte Sünde»).

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