MAGAZIN – LEBEN IN ISRAEL

Starker Schekel bedroht Wettbewerbsfähigkeit

in Israel Zwischenzeilen

„Der Werteverlust des Dollars im Vergleich zum Schekel hat dazu beigetragen, dass unsere Kosten um 20 Prozent angestiegen sind, das wiederum schmälert unsere Gewinnspannen und zwingt uns nach anderen Lösungen zu suchen“ – so wie Arie Levin, Geschäftsführer der Mikroelektronik-Firma „AVX Corp“ geht es vielen israelischen Unternehmern. Levin hat bereits einen Teil seiner Produktion nach Tschechien verlegt.

Exportgeschäfte machen rund 40 Prozent der israelischen Wirtschaftsaktivitäten aus, allerdings bedrohen der starke Schekel, die steigenden Kosten für Gehälter, Nahrungsmittel und Benzin sowie die wirtschaftliche Schwäche von Europa und den USA laut israelischen Exporteuren ihre Wettbewerbsfähigkeit. Analysten glauben, dass sich Israels Wirtschaft im Wandel befindet, seitdem die grossen Gasfelder vor der Küste entdeckt wurden: Und so sind 2013 zwar die Exporte um 0,1 Prozent gefallen, die israelische Wirtschaft wuchs dank der Gasproduktion aber trotzdem um 3,3 Prozent.

Die rund 4.000 Exportunternehmen, die es in Israel gibt, warten fürs erste mehrheitlich ab, welche Massnahmen die israelische Zentralbank ergreifen wird, um die Wettbewerbsfähigkeit wieder anzukurbeln. Morris Dorfman, der ökonomische Berater im Büro des Ministerpräsidenten, glaubt das man vor allem Anreize für Investitionen in den Bereich Forschung und Entwicklung schaffen muss, wenn Israels Exporteure weiterhin wettbewerbsfähig bleiben wollen.

47 Prozent der israelischen Exporte stammen aus dem High Tech Sektor (2011) – sie gehen vor allem nach Europa, in die USA und nach Asien (Bild: http://www.export.gov.il).
47 Prozent der israelischen Exporte stammen aus dem High Tech Sektor (2011) – sie gehen vor allem nach Europa, in die USA und nach Asien (Bild: http://www.export.gov.il).

Weitere Informationen:

Exporteure wiegen Optionen ab, während Schekel ansteigt (englisch), Ynet, 06.04.14

 

 

Redakteurin Katharina Höftmann arbeitete im Auslandsbüro der dpa in Tel Aviv und für die WELT ONLINE. Sie lebt als freie Journalistin und Buchautorin in Tel Aviv («Guten Morgen Tel Aviv», «Die letzte Sünde»).

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