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Pessach-Feiertage: Die Zeit des Matzebrots beginnt

in Israel Zwischenzeilen

Die Pessach-Feiertage sind die Zeit des Matzebrots – aber was genau hat es mit diesem seltsam geriffelten Platten auf sich, die ein wenig wie zu hell geratenes Knäckebrot aussehen? Erst einmal handelt es sich dabei um ungesäuertes Brot, das heisst, dass der Backprozess nicht länger als 18 Minuten dauern darf, da das normalerweise die Zeit ist, in der Brot „aufgeht“. Matzen werden unter strenger rabbinischer Aufsicht aus Wasser und Weizen, Roggen, Gerste, Hafer oder Dinkel hergestellt. Der Verzehr erinnert an den überstürzten Aufbruch der Juden aus Ägypten, bei dem keine Zeit blieb, um den Teig für die Brote säuern zu lassen.

In den letzten Jahren hat sich um das Matzebrot eine regelrechte Industrie gebildet und das nicht nur in Israel. So soll nach Angaben von Menachem Lubinsky, Chefredakteur von „KosherToday.com“ im vergangenen Jahr Matzebrot im Wert von 90 Millionen USD allein in den USA verkauft worden sein. Und obwohl der Geschmack des besonderen Brots gelinde gesagt an Pappe erinnert, kaufen auch beispielsweise viele arabische Israelis vor Pessach Matzen, weil sie ihnen schmecken. Weil Christen davon ausgehen, dass Jesus beim Abendmahl mit seinen zwölf Aposteln, das zur Pessachzeit stattfand, Matzebrot gegessen hat, gilt das Brot auch hier als kulinarische Delikatesse.

Wer jedoch glaubt, dass man nur wegen Pessach auf Kuchen oder Schnitzel verzichten muss, dem sei das besondere Matzemehl ans Herz gelegt. Viele Israelis glauben, dass die Suppe mit Matzeknödel, die beste Mahlzeit des Jahres ist.

Die bunte Vielfalt des Matzebrots (Bild: Jacques Korolnyk).
Die bunte Vielfalt des Matzebrots (Bild: Jacques Korolnyk).

 

DAS ZWISCHENZEILEN-TEAM WÜNSCHT ALLEN LESERN EIN FROHES PESSACHFEST!

 

Weitere Informationen:

Informationen über das Matzebrot bei Wikipedia (englisch)

Video über die Herstellung von Matzot

 

 

 

Redakteurin Katharina Höftmann arbeitete im Auslandsbüro der dpa in Tel Aviv und für die WELT ONLINE. Sie lebt als freie Journalistin und Buchautorin in Tel Aviv («Guten Morgen Tel Aviv», «Die letzte Sünde»).

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