Israelisches Unternehmen Tnuva wird auf 142 Millionen Dollar verklagt

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Es ist der erste juristische Fall dieser Art in der israelischen Nahrungsmittelindustrie: Das israelische Unternehmen für Milchprodukte „Tnuva“ wird auf 142,9 Millionen US-Dollar verklagt. „Tnuva“ wird vorgeworfen, dass es seine Monopol-Position ausgenutzt und der Öffentlichkeit überteuerte Produkte angeboten hat. Im konkreten Fall geht es um 38 Prozentige Schlagsahne sowie den 5 Prozentigen Weisskäse. „Tnuva“ beherrscht rund 50 Prozent der Anteile des Weisskäse- und rund 70 Prozent des Schlagsahne-Marktes.

Die Anzeige wurde von Yaron Zelekha, einem ehemaligen Mitarbeiter des Finanzministeriums und nun Direktor des Wirtschaftsbereichs am Ono Academic College, eingereicht. Die Anschuldigungen beziehen sich auf die sieben Jahre bevor im vergangenen Januar Preiskontrollen für diese Produkte von der Regierung eingeführt wurden.

Die israelische Nahrungsmittelindustrie, insbesondere der Milchprodukthersteller „Tnuva“, wird seit den Protesten gegen zu hohe Lebenserhaltungskosten 2011/2012, immer wieder heftig für überteuerte Ware kritisiert. Vor allem der Markt für Milchprodukte befindet sich in der Hand weniger Unternehmen, denen auch immer wieder Preisabsprachen vorgeworfen werden.

Milchprodukte des Herstellers „Tnuva“ in einem israelischen Kühlregal (Bild: Hagay Frid, Haaretz)
Milchprodukte des Herstellers „Tnuva“ in einem israelischen Kühlregal (Bild: Hagay Frid, Haaretz)

 

Weitere Informationen:

Tnuva auf Millionen verklagt(englisch), Haaretz, 02.03.14

 

 

Redakteurin Katharina Höftmann arbeitete im Auslandsbüro der dpa in Tel Aviv und für die WELT ONLINE. Sie lebt als freie Journalistin und Buchautorin in Tel Aviv («Guten Morgen Tel Aviv», «Die letzte Sünde»).