MAGAZIN – LEBEN IN ISRAEL

Neues System für Organspenden geplant

in Israel Zwischenzeilen

Das Komitee für Gesetzgebung diskutiert ein neues Gesetz, dass das bisherige System für Organspenden in Israel revolutionieren könnte. Entsprechend des Gesetzesentwurfs sollen künftig alle Menschen Organspender sein – es sei denn, sie haben ein Formular ausgefüllt, das explizit besagt, dass sie im Falle eines Todes nicht ihre Organe spenden möchten. Damit würde die Zustimmungsregelung durch eine Widerspruchsregelung ersetzt werden.

Diese Art von Organspende-Modell gibt es beispielsweise bereits in Ländern wie Spanien, Österreich und Belgien – in Deutschland und der Schweiz ist es nach wie vor üblich, dass nur Menschen, die einen Organspendeausweis hatten und damit eindeutig einer Organspende zustimmen, auch für solche in Betracht gezogen werden.

Die Massnahme ist eine Reaktion darauf, dass Israel bisher das westliche Land mit den wenigsten Organspenden ist – lediglich 13 Prozent der Israelis besitzen einen Organspendeausweis. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums warten derzeit mehr als 1.000 Kinder und Erwachsene auf Spenderorgane. Rund 250 von ihnen werden in den kommenden Jahren eine Transplantation erhalten. Circa 200 werden während der Wartezeit versterben.

Ein Organspendeausweis, wie dieser für Deutschland, soll künftig in Israel nicht mehr nötig sein. (Bild: wikipedia)
Ein Organspendeausweis, wie dieser für Deutschland, soll künftig in Israel nicht mehr nötig sein. (Bild: wikipedia)

Weitere Informationen:

Neues Organspende-Gesetz geplant (englisch), Haaretz, 23.02.14

 

 

Redakteurin Katharina Höftmann arbeitete im Auslandsbüro der dpa in Tel Aviv und für die WELT ONLINE. Sie lebt als freie Journalistin und Buchautorin in Tel Aviv («Guten Morgen Tel Aviv», «Die letzte Sünde»).

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