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Bildungsminister bringt Schulreform auf den Weg

in Israel Zwischenzeilen

Israels Bildungsminister Shai Piron hat einschneidende Änderungen im Bildungssystem des Landes angekündigt. Die neuen Regelungen sehen vor, dass Universitäten künftig ihre Kandidaten entweder aufgrund der Schulprüfungsnote oder den Ergebnissen des psychometrischen Tests auswählen können. Schüler, die hervorragende Ergebnisse in Kernfächern wie Mathematik und Englisch vorweisen, dürfen nach dem Militär direkt an die Universität. Bisher mussten alle jungen Israelis neben dem Abitur bzw. der Matura auch den psychometrischen Test ablegen.

Für das psychometrische Testverfahren können kostenintensive Vorbereitungskurse besucht werden, auch Wiederholungen bei Unzufriedenheit mit der Testnote sind möglich – je stärker der finanzielle Hintergrund der Schüler desto besser ist im Zweifel das Ergebnis. Dieser ungerechten Handhabung soll nun entgegengewirkt werden. Um die Qualität der Abitur- bzw. Maturaprüfung zu verbessern, sollen Mitarbeiter der Universitäten beim Entwurf der Prüfungen helfen. Weitere Änderungen zufolge sollen Oberstufenlehrer künftig Inhalte ihres Unterrichts freier festlegen können. Auch die Freiwilligenarbeit der Schüler soll erhöht werden.

Schüler in Jerusalem am letzten Schultag (Bild: Noam Moskowitz/Flash90)
Schüler in Jerusalem am letzten Schultag (Bild: Noam Moskowitz/Flash90)

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Redakteurin Katharina Höftmann arbeitete im Auslandsbüro der dpa in Tel Aviv und für die WELT ONLINE. Sie lebt als freie Journalistin und Buchautorin in Tel Aviv («Guten Morgen Tel Aviv», «Die letzte Sünde»).

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