MAGAZIN – LEBEN IN ISRAEL

„Teva“-Geschäftsführer tritt nach Streit um Personalkürzungen zurück

in Israel Zwischenzeilen

Nach nur 18 Monaten trat „Teva“-Geschäftsführer Jeremy Levin in der vergangenen Woche von seinem Posten zurück. Grund für das überraschende Ausscheiden des in Süd-Afrika geborenen Levin seien Streitigkeiten mit dem Vorsitzenden des Aufsichtsrats, Phillip Frost, gewesen. „Wir hatten Meinungsverschiedenheiten zur Implementierung der Firmenstrategie.“, erklärte Frost in einem Gespräch kurz nach der Ankündigung Levins, „In den vergangenen Wochen haben wir mit Levin gesprochen und beschlossen, dass es besser wäre, wenn sich unsere Wege trennen.“

Grund für die „Meinungsverschiedenheiten“ waren geplante Budgetkürzungen, die für 10 Prozent der „Teva“-Belegschaft, rund 800 Mitarbeiter in Israel, eine Entlassung zur Folge gehabt hätten. Nachdem die geplanten Personalkürzungen bekannt geworden waren, hatte die in Israel sehr einflussreiche Gewerkschaft heftig protestiert. Auch mehrere Politiker hatten sich gegen die Kürzungen ausgesprochen, vor allem weil das Unternehmen „Teva“ viele Steuervergünstigungen geniesst. Anders als Levin, war Frost jedoch strikt dagegen mit der israelischen Gewerkschaft „Histadrut“ über die Kündigungen zu verhandeln.

Das israelische Unternehmen „Teva Pharmaceutical Industries Ltd.“ ist der grösste Generikahersteller der Welt. Hauptsitz des Unternehmens, das über Niederlassungen in rund 60 Ländern verfügt, ist Petach Tikwa. Ausgezeichnet als bester Arbeitgeber für Frauen und höchst engagiert bei Integration von Minderheiten war „Teva“ in Israel bisher nicht nur einer der grössten sondern auch der beliebtesten Arbeitgeber im Land.

Der israelische Pharmakonzern „Teva“ widersetzt sich dem Druck der Gewerkschaften. (Bild: Businessweek.com)
Der israelische Pharmakonzern „Teva“ widersetzt sich dem Druck der Gewerkschaften. (Bild: Businessweek.com)

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Redakteurin Katharina Höftmann arbeitete im Auslandsbüro der dpa in Tel Aviv und für die WELT ONLINE. Sie lebt als freie Journalistin und Buchautorin in Tel Aviv («Guten Morgen Tel Aviv», «Die letzte Sünde»).

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