MAGAZIN – LEBEN IN ISRAEL

Israelis schmeißen jeden Monat Nahrungsmittel im Wert von 350 Schekel weg

in Israel Zwischenzeilen

In israelischen Haushalten werden im Durchschnitt pro Monat Nahrungsmittel im Wert von 350 Schekel (ca. 70 Euro, ca. 90 CHF) weggeworfen. Das ergab eine aktuelle Studie, die das Ministerium für Umweltschutz anlässlich des Welternährungstags herausgab. Diese Schätzung sei seit rund zwei Jahren gleich bleibend. Naama Ashur, Direktorin der Abteilung für Abfälle im Ministerium, erklärt, dass Nahrungsmittel 40 bis 50 Prozent der Abfälle in Israel ausmachen. Oftmals würde Essen weggeschmissen werden, was noch genießbar sei.

Grund für diese Verschwendung sei in erster Linie, dass die Verbraucher mehr kaufen, als sie benötigen. Aber auch die Haltbarkeitsdaten seien oft unrealistisch früh datiert. „Während wir dafür kämpfen, die Lebenserhaltungskosten zu senken, stellt sich heraus, dass der Lebensmittelverbrauch unüberwacht ist und in vielen Fällen ein exzessiver Konsum herrscht.“, kommentierte Umweltschutzminister Amir Peretz die Ergebnisse der Studie.

Mit der Verschwendung von Nahrungsmitteln stehen die Israelis aber nicht alleine dar: In der Europäischen Union werden jedes Jahr pro Person durchschnittlich 179 Kilogramm Lebensmittel weggeworfen. Allein in Deutschland werden jährlich 11 Millionen Tonnen Nahrungsmittel verschwendet. Aber auch in Entwicklungsländern landen viele Lebensmittel auf dem Abfall: Dort werfen zwar die Menschen kaum etwas weg, aber dennoch gibt es Lebensmittelverluste von über 40 Prozent nach der Ernte, weil Lebensmittel unzureichend gelagert, verpackt und gekühlt werden.

Jeden Monat landen in Israel viele Lebensmittel im Müll, die noch genießbar gewesen wären (Bild: KH)
Jeden Monat landen in Israel viele Lebensmittel im Müll, die noch genießbar gewesen wären (Bild: KH)

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Redakteurin Katharina Höftmann arbeitete im Auslandsbüro der dpa in Tel Aviv und für die WELT ONLINE. Sie lebt als freie Journalistin und Buchautorin in Tel Aviv («Guten Morgen Tel Aviv», «Die letzte Sünde»).

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