MAGAZIN – LEBEN IN ISRAEL

Drei Medaillen für 65-Jährigen israelischen Läufer

in Israel Zwischenzeilen

Leicht war es nicht: Den Flug ins brasilianische Porto Alegre musste sich der 65-Jährige Läufer Gregori Fuks selbst finanzieren, als einziger israelischer Sportler bei den „World Masters Athletics championships“ für Athleten über 35 musste Fuks ausserdem nicht nur den Jetlag und das ungewohnte Klima überwinden sondern auch die Einsamkeit. Am Ende jedoch kehrte der Israeli mit Gold- (8 Kilometer Lauf), Silber- (5000 Meter Lauf) und Bronzemedaillen (10.000 Meter Lauf) in der Tasche zurück. Alle drei Medaillen errang er in der Altersgruppe der 65 bis 69-Jährigen.

Fuks, der in Odessa geboren wurde, trainiert seit er 15 ist und war bereits Sowjetmeister im 3.000 Meter Lauf. Für die europäische Meisterschaft durfte er damals jedoch nicht antreten: „Man kannte mich in Europa nicht und war sich nicht sicher, ob ich gewinnen könnte. Daher hat man lieber keinen jüdischen Athleten geschickt.“, erklärt Fuks über seine Zeit als Sportler in der Ex-UdSSR. Er studierte Ingenieurwissenschaften und wanderte schliesslich in den 90er Jahren mit seiner Familie nach Israel aus. Seit 1996 arbeitet er für ein Telekommunikations-Unternehmen. Mit 60 entschloss er sich, den Laufsport wieder aufzunehmen. Trotz finanzieller und gesundheitlicher Probleme gewann er 2012 zwei Silbermedaillen bei der Europa-Meisterschaft in Deutschland.

Da er sich die Anreise zu den Wettbewerben selbst finanzieren muss, appelliert Fuks an die israelische „Athletics Association“, dass sie besonders ältere Sportler mehr unterstützen sollen: „Ich würde gerne mehr Anerkennung erfahren und wünsche mir generell dass auch die Resultate von älteren Sportlern veröffentlicht werden, aber es passiert nichts. Jeder Schritt ist schwierig, obwohl es so viele ambitionierte Veteranen-Sportler in Israel gibt.“

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Redakteurin Katharina Höftmann arbeitete im Auslandsbüro der dpa in Tel Aviv und für die WELT ONLINE. Sie lebt als freie Journalistin und Buchautorin in Tel Aviv («Guten Morgen Tel Aviv», «Die letzte Sünde»).

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