Jom Kippur in Israel: Fasten, Fahrradunfälle, frische Luft

in Israel Zwischenzeilen

Am vergangenen Wochenende wurde in Israel der jüdische Feiertag Jom Kippur, wörtlich übersetzt Versöhnungstag, gefeiert. Immerhin 73 Prozent der jüdischen Israelis haben, laut einer Umfrage der Organisation „BINA“, an dem Feiertag die vorgeschriebenen 25 Stunden lang nichts getrunken und nichts gegessen. Unter den orthodoxen Juden fasteten laut der Umfrage sogar ganze 99 Prozent.

Trotz der hohen Temperaturen in diesem Jahr, mussten weniger Menschen als 2012 notärztlich behandelt werden. Immerhin 207 Fahrradunfälle wurden jedoch gemeldet. Zwar sind an dem Feiertag aus religiöser Sicht sowohl Autofahrten als auch Radtouren verboten, viele säkulare Israelis nutzen die freien Strassen aber traditionell, um Fahrrad zu fahren. Diese Handhabung hat positive Folgen für die Umwelt: Eine Studie der Technion Universität zeigte jetzt auf, dass die Luft-Verschmutzungslevel im gesamten Land (besonders die Gegend um Tel Aviv) an Jom Kippur signifikant fallen.

Zusammen mit dem zehn Tage zuvor stattfindenden Neujahrsfest bildet Jom Kippur den höchsten Feiertag im Judentum und den Höhepunkt und Abschluss der zehn Tage der Reue und Umkehr. Jom Kippur wird von einer Mehrheit der Juden weltweit, auch nicht religiösen, in mehr oder weniger strikter Form eingehalten.

Radfahrer auf einer leeren Autobahn bei Tel Aviv (Bild: Stadtverwaltung Tel Aviv).
Radfahrer auf einer leeren Autobahn bei Tel Aviv (Bild: Stadtverwaltung Tel Aviv).

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Redakteurin Katharina Höftmann arbeitete im Auslandsbüro der dpa in Tel Aviv und für die WELT ONLINE. Sie lebt als freie Journalistin und Buchautorin in Tel Aviv («Guten Morgen Tel Aviv», «Die letzte Sünde»).