MAGAZIN – LEBEN IN ISRAEL

Israels Wohnungspreise fressen fast 40 Prozent des Monatsgehalts

in Israel Zwischenzeilen

Israelis müssen im Durchschnitt rund 38 Prozent ihres Gehalts für Wohnkosten aufwenden, das ergab eine aktuelle Analyse des Ministeriums für Wohnungswesen und Bau. Damit sind die durchschnittlichen Kosten im Vergleich zu 2007 um weitere acht Prozent gestiegen. In den Metropolen Tel Aviv und Jerusalem liegen die Werte sogar noch deutlich höher: 5117 NIS  (rund 1076 Euro, 1336 CHF) Miete zahlen Tel Avivis im Durchschnitt, das entspricht 56 Prozent des durchschnittlichen Bruttoeinkommens. In Jerusalem liegt die Zahl bei 41 Prozent etwas niedriger.

Im Vergleich dazu, zahlen Deutsche und Schweizer im Durchschnitt circa 20 Prozent ihres Einkommens für Wohnkosten. Selbst in für teure Immobilien bekannten Städten wie München liegt der Anteil vergleichsweise niedrig bei durchschnittlich 23,7 Prozent. Auch der Hauskauf bleibt mit der Zahlung von 135 Durchschnittsmonatsgehältern für ein durchschnittlich teures Haus nur ein Traum für viele Israelis.

„Der Hauptgrund für diese Situation ist die Tatsache, dass Gehälter in den Jahren 2005 bis 2013 um lediglich 3 Prozent erhöht wurden, während Immobilienpreise um 44 Prozent angestiegen sind.“, erklärt der Report des Ministeriums die Hintergründe für diese Entwicklung. Das durchschnittliche Gehalt pro Haushalt lag 2011 in Israel bei 12.345 NIS pro Monat (circa 2595 Euro, 3200 CHF). Es liegt nun an der israelischen Regierung, deren Parteien im Wahlkampf auch vor allem mit dem Thema „erschwingliche Wohnungspreise“ angetreten sind, für diese problematische Entwicklung Lösungen zu finden.

Unsaniert und nicht renoviert – trotzdem kosten Wohnungen in Tel Aviv ein kleines Vermögen und die Preise steigen weiter (Bild: Katharina Höftmann).
Unsaniert und nicht renoviert – trotzdem kosten Wohnungen in Tel Aviv ein kleines Vermögen und die Preise steigen weiter (Bild: Katharina Höftmann).

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Redakteurin Katharina Höftmann arbeitete im Auslandsbüro der dpa in Tel Aviv und für die WELT ONLINE. Sie lebt als freie Journalistin und Buchautorin in Tel Aviv («Guten Morgen Tel Aviv», «Die letzte Sünde»).

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