MAGAZIN – LEBEN IN ISRAEL

Einzelhändler klagen über weniger Einkäufe zu den Feiertagen

in Israel Zwischenzeilen

Normalerweise ist der Monat vor den Feiern zum neuen jüdischen Jahr eine Festzeit für israelische Einzelhändler. Vor allem Einrichtungs-, Bekleidungs- und Geschenkläden haben Hochkonjunktur. In diesem Jahr klagen Einzelhändler jedoch über 10-20 Prozent weniger Konsum. „Vor allem die Sparmassnahmen der Regierung beeinflussen die Stimmung der Leute und ihr Bedürfnis, für die Feiertage einzukaufen. Wir haben mehr als 1.000 Geschäfte befragt und konnten einen deutlichen Rückgang im Vergleich zum vorherigen Jahr feststellen“, erklärte Ezra Attia, Direktor des Nationalen Verbands für Kommerz, „Die Leute haben Angst, dass sich ihre wirtschaftliche Situation verschlechtert und sparen daher lieber.“

Grund für diese Angst sind vor allem die Steuererhöhungen, die von der neuen israelischen Regierung eingeführt wurden. Neben der Mehrwertsteuer wird auch die Einkommenssteuer erhöht, dies in Kombination mit weiterhin steigenden Lebenserhaltungskosten ängstigt viele Israelis. Auch die üblichen Geschenkgutscheine, die normalerweise von Unternehmen an ihre Mitarbeiter zu Feiertagen verschenkt werden, wurden vielerorts gekürzt. Der neue Finanzminister Yair Lapid musste einiges an Kritik für seine drastischen Massnahmen einstecken. Immerhin mit den Einsparungen im ultra-orthodoxen Sektor seien die meisten Israelis laut einer Studie der Organisation „Hiddush“ zufrieden: 75 Prozent der Befragten heissen die Budgetkürzungen für Yeshivas (Religionsschulen) von 1,2 Billionen Schekel (vor 2013) auf 422 Millionen Schekel für 2014 für gut.

In Shopping Malls wie dem Dizengoff Center in Tel Aviv war vor den Feiertagen weniger los, als sonst (Bild commons.wikimedia.org).
In Shopping Malls wie dem Dizengoff Center in Tel Aviv war vor den Feiertagen weniger los, als sonst (Bild commons.wikimedia.org).

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Redakteurin Katharina Höftmann arbeitete im Auslandsbüro der dpa in Tel Aviv und für die WELT ONLINE. Sie lebt als freie Journalistin und Buchautorin in Tel Aviv («Guten Morgen Tel Aviv», «Die letzte Sünde»).

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