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Regelung für doppelte Besteuerung von leer stehenden Wohnungen

in Israel Zwischenzeilen

Israels Innenminister Gideon Sa’ar hat eine neue Regelung zur Besteuerung von leer stehenden Immobilien auf den Weg gebracht: Besitzer von leer stehenden Wohnungen sollen entsprechend der Regelung jährlich eine zusätzliche Steuer in Höhe von 3,5 Prozent des Immobilienwertes zahlen. Personen, die in Israel leben und lediglich eine Immobilie besitzen und dort aus persönlichen Gründen nicht leben, sind von der neuen Besteuerung ausgeschlossen.

Die Regelung soll die Anzahl der verfügbaren Mietwohnungen erhöhen – vor allem in Jerusalem, Tel Aviv, Netanya und anderen grösseren Städten in Israel haben viele Nicht-Israelis erstklassige Immobilien aus Investitionsgründen oder zur Nutzung als Urlaubsdomizil erworben. Viele dieser Wohnungen werden nur wenige Wochen im Jahr genutzt und stehen den Rest der Zeit leer. Allein in Tel Aviv beträgt die Zahl leer stehender Wohnungen 20.000. Insgesamt standen in Israel im vergangenen Jahr 140.500 Wohnungen leer, 27 Prozent von ihnen werden unregelmässig bewohnt. Sa’ar hofft, dass die neue Regelung Hausbesitzer ermutigen wird, ihre Wohnungen zu vermieten, um die zusätzlichen Steuern zu vermeiden. Die Regelung muss noch von Finanzminister Yair Lapid genehmigt werden. Dieser hat sich jedoch bereits im Wahlkampf vehement für preiswerteren Wohnraum ausgesprochen, daher wird damit gerechnet, dass die Regelung auch vom Finanzministerium unterstützt wird.

In Tel Aviv stehen vor allem in Strandnähe viele Wohnungen einen Grossteil des Jahres leer. (Bild: Google Streetview)
In Tel Aviv stehen vor allem in Strandnähe viele Wohnungen einen Grossteil des Jahres leer. (Bild: Google Streetview)

Die Preise für Eigentumswohnungen sind in ganz Israel relativ hoch, Mietwohnungen kosten jedoch, vor allem in den grösseren Städten, relativ gesehen sogar noch mehr. Wohnungen zur Miete werden ausschliesslich auf einem privaten Wohnungsmarkt angeboten und Mietshäuser, die einem Vermieter gehören und ausschliesslich zu Vermietungszwecken genutzt werden, sind die absolute Ausnahme.

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Redakteurin Katharina Höftmann arbeitete im Auslandsbüro der dpa in Tel Aviv und für die WELT ONLINE. Sie lebt als freie Journalistin und Buchautorin in Tel Aviv («Guten Morgen Tel Aviv», «Die letzte Sünde»).

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