MAGAZIN – LEBEN IN ISRAEL

Holocaust-Überlebender sucht auf Facebook nach seinem verschollenen Bruder

in Israel Zwischenzeilen

Gesucht: A7734. Diese Nummer und ein schwarz-weisses Kinderphoto sind alles, was dem 72- Jährigen Menachem Bodner von seinem Zwillingsbruder Jolli geblieben ist. Getrennt wurden die Brüder mit vier Jahren, kurz bevor das Konzentrationslager in Auschwitz befreit wurde. In Auschwitz waren die Zwillinge Opfer des Lagerarztes Josef Mengele und seiner so genannten „Zwillingsforschung“ geworden.

68 Jahre später sucht Bodner, der als Elias Gottesmann geboren wurde, seinen Bruder, von dem er erst im Alter von 20 erfahren hatte. Beide cvornegi.net Brüder wurden nach dem Zweiten Weltkrieg adoptiert. Bodner von einer jüdischen Familie, die dann nach Israel auswanderte. Sein Bruder Jolli wahrscheinlich von einer christlichen Familie, die in die USA ging.

„Wir wissen, dass Jolli überlebt hat. Vielleicht hat er seinen Namen geändert, vielleicht seine Religion. Aber die eintätowierte Nummer auf seinem Arm, A7734, muss geblieben sein. Er könnte dein Nachbar sein, ein Freund, vielleicht sogar ein Verwandter.“ – Mit diesen eindringlichen Worten sucht die Familie von Menachem Bodner nun mit einem Facebook-Profil nach dem älteren Mann. Fast 20.000 Menschen unterstützen die Suche bereits.

"Er könnte dein Nachbar sein" – der Israeli Menachem Bodner sucht über Facebook nach seinem verschollenen Zwillingsbruder (Screenshot).
„Er könnte dein Nachbar sein“ – der Israeli Menachem Bodner sucht über Facebook nach seinem verschollenen Zwillingsbruder (Screenshot).

Redakteurin Katharina Höftmann arbeitete im Auslandsbüro der dpa in Tel Aviv und für die WELT ONLINE. Sie lebt als freie Journalistin und Buchautorin in Tel Aviv («Guten Morgen Tel Aviv», «Die letzte Sünde»).

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